Milonga

Milonga bezeichnet:

Laut José Gobello (Präsident der Academia Porteña del Lunfardo) entstammt das Wort milonga der südwestafrikanischen Bantu-Sprache Kimbundu und ist der Plural von mulonga „Gerede“. Ganz in diesem ursprünglichen Sinne bedeutet milongas (pluralisch gebraucht) im heutigen Umgangsspanisch noch „Lug und Trug“.

Einerseits geht die Milonga auf den afroamerikanischen Candombe zurück; ihr Rhythmus lässt sich lautmalerisch als „borocotó, borocotó, borocotó, chas, chas“ beschreiben.

Andererseits sind ihre Liedtexte eine Weiterentwicklung der improvisierten Payadas der Gauchos, oftmals mit Wechselgesang.

Notiert wird die Milonga im 2/4– oder 4/4-Takt.

Man unterscheidet:

„Milonga sentimental“ (Komponist: Sebastián Piana; Textdichter: Homero Manzi, 1931)

Selbstbezüglich erzählt das Lied davon, dass es geschaffen wurde, um an eine gescheiterte Liebesbeziehung zu erinnern, steter Topos der Tango-Lyrik. Während jedoch in der Tango-Poesie das lyrische Ich in machistischem Selbstmitleid verharrt (und oft aus Kummer „stirbt“), findet es in der Milonga-Lyrik im beschwingten Rhythmus dieses musikalischen Genres Trost, um immer wieder über ein Scheitern hinwegzukommen:

Insofern kann man die Milonga als die fröhlichere Schwester des Tangos bezeichnen sports water bottles cheap.

Schon im 19. Jahrhundert erfreut sich die Milonga als Volkstanz großer Popularität. Tänzerisch gilt die Milonga als die schnelle Vorläuferin des Tangos; sie wird mit ausgewählten Tangobewegungen getanzt:

Heutzutage unterscheidet man zwei Hauptstilarten:

Seit 1872 ist der Begriff Milonga in der Bedeutung „Tanzveranstaltung“ belegt. Heutzutage treffen sich Tangotänzer (traditionell als Milonguera und Milonguero bezeichnet – aktueller als Tanguera und Tanguero) zu Milongas, um zu den drei Rhythmen zu tanzen: Tango, Vals und Milonga (Musik). Jeweils drei bis fünf Stücke eines Typs bilden sogenannte Tandas, die durch kurze musikalische Intermezzi (Cortinas) unterbrochen werden können. Der Ablauf einer Milonga wird durch verschiedene Sitten (Códigos) geordnet, diese können durchaus von Veranstaltung zu Veranstaltung differieren.

Rund um die Tanzfläche sind Tische angeordnet. Zum Tanz eingeladen wird durch Aufnahme von Blickkontakt (Mirada) und das Kopfnicken (Cabeceo); in der Regel fordert der Mann die Frau auf. Am Ende einer Tanda bedankt und verabschiedet man sich, der Mann geleitet die Frau zu ihrem Platz zurück (sehr traditionell). Sich zu trennen, während eine Tanda noch nicht zu Ende gespielt wurde – oder gar vor dem Ende eines Stückes – gilt als unhöflich und demütigend.

Milongas, auf denen es normal ist, dass auch Damen auffordern, werden spätestens seit dem 21. Jahrhundert von Damen bevorzugt, die sich nicht “stundenlang die Beine in den Bauch sitzen” wollen. Viele Frauen und Männer, die heute auf Milongas gehen, wollen nicht auf das Stückchen Emanzipation verzichten, für das sie sich seit der Studentenbewegung schon in jungen Jahren eingesetzt hatten, und trotzdem den Tango genießen jakarta meat tenderizer.

Auch die Queer-Tango-Bewegung versucht, die heteronormative Geschlechterrollenverteilung aufzubrechen, um dadurch auch Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen eine Heimat im Tango zu geben; es haben sich auch eigenen ‘Queer-Milongas’ und Queer-Tango-Festivals entwickelt.

Tanzveranstaltungen für Tango Argentino finden regelmäßig in denselben Lokalen statt, die in diesem Kontext ebenfalls Milonga genannt werden. Solche Tango-Tanzlokale tragen auch in Deutschland oft spanische Namen, wie z. B. La Bruja, Cafetín de Buenos Aires football shirt numbers, Milonga Orillera, La Calesita… Häufig finden vor Beginn Tanzkurse oder Prácticas (Übungsstunden) statt und manchmal gibt es Show- oder Orchestereinlagen während einer Milonga.

In Buenos Aires ist die Milongakultur, bedingt durch das von der argentinischen Militärdiktatur verhängte Versammlungsverbot, lange Zeit nur im Untergrund gepflegt worden. Seit Anfang der 1990er Jahre nimmt hier der Tango Argentino eine sehr dynamische Entwicklung. Viele neue Milongas wurden ins Leben gerufen, so dass heute täglich ein Angebot an mindestens 15 verschiedenen Veranstaltungen besteht, donnerstags bis sonntags sind es sogar bedeutend mehr. Alle aktuellen Informationen über Milongas in Buenos Aires findet man in der Zeitschrift El Tangauta; zu den wichtigsten Veranstaltungsorten in Buenos Aires zählen: