Perdido Street Station

Perdido Street Station ist ein Science-Fiction-Roman des britischen Autors China Tom Miéville. Perdido Street Station ist die erste von drei eigenständigen Arbeiten, die in der fiktionalen Welt namens Bas-Lag spielen. In Bas-Lag vermischen sich Magie bzw. Thaumaturgie mit meist viktorianischen Technologien, wie sie auch gerne im sogenannten Steampunk verwendet werden. Perdido Street Station spielt in New Crobuzon, dem größten Stadtstaat von Bas-Lag. Der Titel spielt auf die zentrale Straßenbahnstation der Stadt an.

In einem Interview beschrieb Miéville das Buch als „im Grunde eine Zweite-Welt-Phantasie mit Technologien aus der Viktorianischen Ära. Wobei es weniger eine Feudalgesellschaft ist, als eine frühkapitalistische mit einem gerüttet Maß an schmutzigem Polizeistaat!“

Die englische Originalausgabe ist unter dem Titel „Perdido Street Station“, 2000 bei Macmillan, London, erschienen, eine deutsche Komplettausgabe, 2014, bei Heyne, in München. Übersetzt wurde der Text von Eva Bauche-Eppers; erstmals auf Deutsch 2002 bei Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach, in einer zweibändigen Ausgabe unter den Titeln „Die Falter“ respektive „Der Weber“ erschienen.

Oberflächlich gelesen, erzählt Perdido Street Station die, wegen der Cross-Spezies-Konstellation, komplizierte Liebesgeschichte zwischen Isaac und Lin und wie sie schließlich scheitert. Dabei lernt der Leser die gesellschaftlichen Konventionen, sexuellen Tabus und den überall herrschenden Rassismus von New Crobuzon kennen. Gleichzeitig wird er Zeuge einer großen wissenschaftlichen Entdeckung und verfolgt kritische Auseinandersetzungen über Kunst, Politik und Individualität.

Der gesellschaftspolitische Rahmen in dem der Roman spielt präsentiert sich dem Leser wie die soziale Studie eines Staates, der zwar formal demokratisch aufgebaut ist, aber durch Korruption, Vetternwirtschaft und Vermischung der staatlichen Strukturen mit dem organisierten Verbrechen völlig abgewirtschaftet hat. Ein Szenario, das zwar in fiktionalem Gewand daherkommt, aber hier und heute an zahlreichen sogenannten Failed states nachzuvollziehen ist.

Allgemeine Menschenrechte, Pressefreiheit, humane Arbeitsbedingungen, Organisationsfreiheit, keiner dieser Werte ist unter den Bedingungen dieser früh- oder auch spätkapitalistischen Gesellschaft etwas wert. Stattdessen herrschen Gewalt, Repression, exzessive Überwachung und Willkür. Die verschiedenen Spezies werden gegeneinander ausgespielt und von Integration können die vereinzelten Subjekte höchstens träumen.

Besonders bedrückend wirkt Perdido Street Station, wenn es an die Schilderungen der sogenannten Remake-Technologie geht. Dabei werden Strafgefangene jedweder Spezies durch Gentechnik, Chirurgie und Thaumaturgie in „Spezialisten“ verwandelt. Ihre körperliche Struktur wird brutal einer externen Anforderung angepasst, so dass nach diesem Prozess diese Wesen kaum mehr etwas mit ihrer ursprünglichen Art gemein haben. Ob Huren, Bauarbeiter oder Soldaten, jeder Gesellschaftsbereich ist tendenziell mit solch missbrauchten Monstrositäten durchsetzt.

Der eher technik- und wissenschaftsorientierte Leser wird besonderes Vergnügen an Isaac Dan dar Grimnebulin Studien zur Vereinheitlichten Feldtheorie finden. Sie hat zwar außer dem Namen nichts gemein mit den hier bekannten, seriösen Theorieansätzen, fügt sich aber nahtlos in das unterhaltsame Sammelsurium frühindustrieller Technologien, mit denen Miéville spielt.

Der Roman erstreckt sich über 847 Seiten und gliedert sich in 8 Teile, die wie folgt betitelt sind: 1. Aufträge, 2. Physiognomien des Fliegens, 3. Metamorphosen, 4. Pavor Nocturnus, 5. Beratungen, 6. Das Glashaus, 7. Krisis, 8. Gericht. Jeder neue Teil wird durch einen kursiv gesetzten, in Ichform gehaltenen Monolog des flügellosen Garuda Yagharek eingeleitet. Ansonsten beherrscht ein auktorialer Erzähler den Roman.

Zusätzlich ist das ganze Buch in 52 durchnummerierte Kapitel unterteilt. Es gibt keine Inhaltsangabe, dafür am Anfang des Romans eine Karte von New Crobuzon, die erstaunliche Ähnlichkeiten mit der Topologie des modernen London aufweist. Das ist insofern nicht verwunderlich, als Miéville, sich selbst charakterisierend, sagt: „In allem was ich Schreibe ist London sehr präsent.“

Isaac Dan dar Grimnebulin lebt als exzentrischer Wissenschaftler im Stadtstaat New Crobuzon. Er führt eine komplizierte, Interspezies-Beziehung mit Lin, einer Khepri-Künstlerin. Nahezu gleichzeitig werden beide mit unterschiedlichen, sehr reizvollen Herausforderungen konfrontiert.

Lin soll eine Skulptur von Vielgestalt schaffen, – einem stadtbekannten, skrupellosen Gangsterboss. Issac steht vor der einzigartigen Aufgabe Yagharek, einem seiner Flügel beraubten Garuda (siehe: exotische Spezies), die Flugfähigkeit zurückzugeben. Die schiere Unmöglichkeit dieses Auftrags

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, aber auch ein prall mit Goldnuggets gefüllter Beutel, den Yagharek ihm überlässt, motivieren Issac und er beginnt zunächst den Flug an sich zu studieren. Er trägt eine Vielzahl potentiell flugfähiger Geschöpfe in seinem Labor zusammen, darunter auch eine schillernde, unidentifizierte Raupe.

Erst nachdem Issac festgestellt hat, dass diese Raupe eine halluzinogene Droge namens Dreamshit zu ihrer Weiterentwicklung benötigt und sie damit füttert, entwickelt sie sich weiter. Unwissentlich stimuliert Isaac damit ihre Metamorphose zu einer gigantischen, unvorstellbar gefährlichen Motte, einem sogenannten Gierfalter. Diese transdimensionalen Wesen ernähren sich von den Träumen und dem Unbewussten ihrer Opfer, saugen sie aus, und lassen sie als lebende, aber katatonische, bewusstlose Hüllen zurück.

Es stellt sich heraus, dass Dreamshit ein von den Faltern abgesondertes Sekret ist. Diese Droge wird, und hier schließt sich ein Kreis, durch Vielgestalt von vier, illegal erworbenen, Motten abgemolken. Der von Isaac großgezogene Gierfalter entkommt seinem einfachen Gefängnis und befreit anschließend seine vier Geschwister aus den Händen von Vielgestalt.

Gemeinsam terrorisieren sie New Crobuzon das ihnen hilflos ausgeliefert ist. Erst durch eine konzertierte Aktion zwischen Isaac, dem Weber (siehe: exotische Spezies) und dem Konstrukt Konzil sowie der Einsatz einer neu entdeckten Technologie – der sogenannten Krisis-Maschine – gelingt es ihrem Treiben Einhalt zu gebieten.